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Das Wort hat der Angeklagte

von Rainer Nolden

Trier, 17. November 2011. Was für ein netter junger Mann. "Adrett" hätte man gesagt, damals in den fünfziger und sechziger Jahren: Pullunder, Krawatte, weißes Hemd, Anzug. So auffällig wie ein Versicherungsvertreter. Doch hinter der Maske des Biedermanns verbirgt sich die "Bestie", wie ihn die Medien seinerzeit nannten. Das war 1967, als der smarte, intelligente Twen vor Gericht stand, weil er vier Jungen zwischen acht und dreizehn Jahren gequält und getötet hatte. Es war einer der spektakulärsten Prozesse in der Bundesrepublik, die damals etwa so alt war wie der vierfache Mörder, der 1976, nach einem Eingriff zur Kastration, den er selbst gewünscht hatte, nicht mehr aus der Narkose erwachte.


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